Freitag, 19. Juni 2015

Ja zum Erfenschlager Bad. Ja zu Chemnitz. Ja zur Lebensqualität in unserer Stadt

Nach der Stadtratsentscheidung vom 10.06.2015 wird weiter mit Hochdruck an der Rettung des
Sommerbades gearbeitet. Die fast einstimmige Entscheidung der Stadträte (54 von 56 Stimmen), den
„Beschluss zur Schließung des Sommerbades Erfenschlag“ von der Tagesordnung zu nehmen, ist ein
deutliches Signal, weiter für den Erhalt des „Erfis“ zu kämpfen.
Der Erhalt des Erfenschlager Bades steht stellvertretend für die Wohn- und Lebensqualität der Stadt und
ihrer Einwohner. Schließlich soll „Erfi“ nicht das gleiche Schicksal ereilen wie beispielsweise das
Jagdschänkenbad, Grünaer Bad, Zeisigwald Bald oder Stelzendorfer Bad. Heute geht es um die Freizeitund
Erholungsmöglichkeiten im Süden der Stadt. Morgen betrifft es vielleicht schon die Einwohner im
Westen, Norden oder Osten von Chemnitz.
Durch die angestrebte Rettung, verbunden mit den notwendigen Investitionen und Baumaßnahmen, soll der
Badbetrieb möglichst 2016 wieder aufgenommen werden. Um sich einen Eindruck über den aktuellen Stand
des Bürgerprojektes „Rettung des Erfenschlager Bades“ zu machen, sind alle Stadträte und die
Stadtverwaltung, Unternehmer, Förderer, Sponsoren, Freunde, Helfer und Unterstützer recht herzlich zur
Bürgerversammlung am
Freitag, 03.07.2015, 18:00 Uhr in die
Turnhalle des SSV Textima
Sportlerweg 15, Chemnitz-Erfenschlag
eingeladen.
Zusagen mehrerer Stadtratsmitglieder und Bürger sind bereits eingegangen.
Tagesordnungspunkte:
1. Einführung: Informationen zur Entstehungsgeschichte des Bades
2. Status Quo: Sachstandsbericht zu den Aktivitäten des Bürgervereines
3. Blick nach vorn: Optionen zum Erhalt des Bades
4. Diskussionsrunde
Eine hohe Bürgerbeteiligung ist ein deutliches Zeichen für ein Ja zum Sommerbad Erfenschlag, ein Ja zu
Chemnitz und ein Ja zu mehr Lebensqualität in unserer Stadt.
Link zur Facebook-Seite „Ja zum Sommerbad Erfenschlag“
https://www.facebook.com/pages/JA-zum-Sommerbad-Erfenschlag/439005496203441
Link zur Facebookveranstaltung
https://www.facebook.com/events/1867120970178929/
Youtube-Link „Rettung des Sommerbades Erfenschlag“
https://www.youtube.com/watch?v=y2dQAhacycQ
Mathias Vogel (vo)
Informationen und Wissenswertes zur Rettung des Erfenschlager Bades
Die Absicht zur Schließung des Freibades Erfenschlag als kommunales Freibad ist nicht neu. Diese besteht
bereits seit 1997. Dank des bürgerschaftlichen Engagements konnte der Bäderstandort trotz immer
komplizierter werdender Rahmenbedingungen erhalten werden.
Dieser Erhaltungswille liegt mittlerweile nicht nur den Erfenschlager Bürgerinnen und Bürgern am Herzen.
Hier hat sich in den letzten Monaten eine enorme Dynamik entwickelt. Immer mehr Einwohner unserer Stadt
setzen sich für den Erhalt des Bades ein und wollen aktiv und/oder finanziell mitzuwirken.
Im Vorfeld der Bürgerversammlung gehen wir nachfolgend auf zwei Sachverhalte ein, die seitens der
städtischen Verwaltung aufgeführt werden, um eine Badschließung durchzusetzen. Dies sind zum einen das
Sportentwicklungskonzept der Stadt und zum anderen die Investitionssumme von 1,6 Mio. Euro.
Zum Sportentwicklungskonzept: Das Jagdschänkenbad, Grünaer Bad, Zeisigwald Bad, Stelzendorfer Bad,
Eisenbahner Bad und Altchemnitzer Bad stehen für einen unbeschreiblichen Niedergang der Chemnitzer
Bäderlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten.
Das Erfenschlager, Wittgensdorfer als auch das Bernsdorfer Bad wären heute schon Geschichte und drei
weitere Objekte in der Schließungsliste, gäbe es nicht den aufopferungsvollen Einsatz unzähliger
ehrenamtlicher Bürger für den Erhalt dieser Sport-, Erholungs- und Bademöglichkeiten in Chemnitz.
Ohne die Bäder in Wittgensdorf und Einsiedel, die der Stadt nur aufgrund der Eingemeindungen zugefallen
sind gäbe es ohne das Bernsdorfer und Erfenschlager Bad nach dem Willen der Stadtverwaltung von 1995
neben dem Gablenzer Freibad nur noch den Stausee in Oberrabenstein für rund 240.000 Einwohner.
Ob man hier noch von einem Sportentwicklungskonzept sprechen kann, ist fraglich. Die vergangenen und
aktuellen Schließungspläne lassen eher einen Kahlschlag an Erholungs- und Bademöglichkeiten gegen die
Bürgerinnen und Bürger von Chemnitz vermuten.
Zudem muss man die Frage stellen dürfen, warum sich Bürger, in ihrer oftmals knappen Freizeit früher und
heute für den Erhalt von Freibädern engagieren? Die Antwort darauf kann eigentlich nur lauten, dass die
Bademöglichkeiten ein wichtiges Stück an Lebensqualität für die Einwohner einer Stadt darstellen.
So ist auch das „Erfi“ keine alleinige Erfenschlager Angelegenheit. Es ist das Freibad, das gerade von den
Jugendlichen aus dem gesamten Heckertgebiet noch am ehesten mit dem Fahrrad zu erreichen ist. Daher
hat die Entscheidung Pro/Contra Freibad Erfenschlag eine hohe soziale Komponente erreicht, die nicht
missachtet werden darf.
Mit dem Fahrrad schnell in ein Freibad zu fahren, ist nur möglich, wenn dies nicht in einer Tour-de-France-
Etappe mündet. Zudem ist nicht jede Familie in der (finanziellen) Lage, sich ins Auto zu setzen, um nach
einer kleinen Weltreise die umliegenden Freibäder oder Seenlandschaften zu besuchen, wenn die wenigen
verbliebenen Freibäder hoffnungslos überfüllt sind.
Zur Investitionssumme: Für den Erhalt des Erfenschlager Bades steht ein Finanzierungsvolumen von 1,6
Mio. Euro im Raum. Dieser Betrag kommt einer Luxussanierung gleich. Dabei würde den Badbesuchern der
Ist-Zustand reichen, wie er vor der Schließung bestand.
Dem spricht nicht entgegen, dass neue Rahmenbedingungen geschaffen und Sanierungsmaßnahmen
durchgeführt werden müssen, um zum Beispiel Umweltauflagen zu erfüllen. Um die Forderungen der
Stadtverwaltung zu erfüllen, bedarf es keiner Investition von 1,6 Mio. Euro. Nach einer ingenieurtechnisch
untersetzten Untersuchung seitens des Bürgervereins werden ca. 800.000 Euro benötigt.
Zudem ließe sich ein Teil der 800.000 Euro durch Eigenleistungen und Sponsoren senken. Dieser Beitrag
kann außerdem auf mehrere Jahre verteilt werden. Demnach wird also nur knapp die Hälfte der
veranschlagten 1,6 Mio. Euro benötigt.
Diese Gesamtbetrachtung muss unter dem Aspekt erfolgen, dass die zu tätigenden Ausgaben, so sie denn
nicht durch Fördermittel oder private Investitionen gedeckt werden können, über mehrere Jahre verteilt im
städtischen Haushalt darstellbar wären, ohne dabei auf geplante Investitionen in anderen Bereichen
verzichten zu müssen.
Fahrlässig wäre es, den finanziellen Einsatz ohne die Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten und die damit
verbundene Lebensqualität der Einwohner zu betrachten.
Sicherlich hängt die Lebensqualität der Einwohner nicht allein an einem Bad, da auch Kultur- und
Sporteinrichtungen, Grünanlagen und diverse Freizeitmöglichkeiten eine Stadt erst lebens- und liebenswert
machen. Kosteneinsparungen durch Schließungen oder Beschneidungen wie beim „Grünanlagenkonzept“,
könnten Chemnitz aber teurer zu stehen kommen, als der finanzielle Einsatz in eben diese Projekte.
Gerade in der heutigen Zeit, in der die Belegschaft der Unternehmen überaltert ist, wird es in den nächsten
Jahren im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte umso wichtiger sein, als Stadt ein ansprechendes
Lebensumfeld vorzuhalten. Falls aufgrund mangelnder Freizeitmöglichkeiten noch mehr Jugendliche unsere
alternde Stadt verlassen, beziehungsweise hochqualifizierte Arbeitskräfte die Stadt der Moderne NICHT als
Lebens- und/oder Berufsstandort wahrnehmen, zieht Chemnitz nicht mehr an. Die Stadtverwaltung und
deren politische Verantwortungsträger sollten daher beachten, dass die nächste Badschließung unsere
Stadt nicht attraktiver werden lässt.
Eine Entwidmung des Erfenschlager Bades muss verhindert werden, um analog zur
Interessensgemeinschaft der Freunde des Freibades Bernsdorf, die Gelegenheit zu bekommen, den Erhalt
des „Erfi“ zu ermöglichen.
Wolfgang Köhler
Vorstand
Bürgerverein für Chemnitz-Erfenschlag e.V.