Sonntag, 23. Dezember 2012

Größte Bergparade Deutschlands am 23. Dezember in Annaberg-Buchholz Gewaltige Präsentation bergmännischen Brauchtums in Sachsen






Annaberg-Buchholz (MF) Die Abschlussbergparade der sächsischen Bergmanns-,
Hütten- und Knappenvereine am 23. Dezember stand auch in diesem Jahr ganz im Zeichen bergmännischer Traditionen und der sächsischen Kulturgeschichte.
Die größte Präsentation dieser Art in der Bundesrepublik lud erneut am vierten Adventssonntag in die Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz ein. Rund 1000 Trachtenträger, davon etwa 300 Bergmusikanten gaben sich in der Annaberger Altstadt ein Stelldichein. Ungezählte Gäste erlebten wie in den Vorjahren dieses Glanzlicht sächsisch-erzgebirgischer Brauchtumspflege.
Unter ihnen waren u.a. die Sächsische Sozialministerin Christine Claus, Steffen Flath sowie Holger Zastrow, Fraktionsvorsitzende der CDU bzw. der FDP im Sächsischen Landtag, Landrat Frank Vogel sowie Prinz und Prinzessin zur Lippe. Der Vorsitzende des Sächsischen Landesverbandes im Bund Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, Dr. Henry Schlauderer dankte allen Traditionsvereinen für ihr Engagement und ihre Teilnahme an der Bergparade, die diesmal in strömenden Regen stattfand. Sie bilde einen wichtigen Teil sächsischer Brauchtumspflege (Fotos).
Bergknapp- und Brüderschaften aus zahlreichen deutschen Bergbaugebieten, u.
a. aus Bayern und Thüringen sowie der Tschechischen Republik sowie renommierte Bergmanns- und Hüttenkapellen waren in der alten Silberstadt Annaberg-Buchholz zu Gast. Traditionsvereine aus allen sächsischen Bergstädten entlang der berühmten „Silberstraße", wie z. B. aus Zwickau, Schneeberg, Schwarzenberg, Marienberg und Freiberg sowie aus Bad Schlema und Johanngeorgenstadt zeigten sich den Besuchern im prächtigen Berghabit.
„Sie erweisen damit der über 800jährigen Bergbaugeschichte des Erzgebirges die beste Referenz und sind ein Zeichen lebendiger Traditionspflege“ sagte Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch in ihrer Ansprache zum Abschluss der Bergparade.
Für den musikalischen Rahmen der Parade sorgten zehn Bergkapellen. Sie intonierten bekannte Bergmannsmärsche und beliebte bergmännische Weisen wie z. B. das Steigerlied oder den Annaberger Bergmannsmarsch. Den Abschluss bildete ein Bergkonzert vor der Kulisse der größten spätgotischen Hallenkirche Sachsens, St. Annen.

In diesem Jahr feierte man in Annaberg-Buchholz ein besonderes Jubiläum.
Vor 50 Jahren beschloss der damalige Bezirksarbeitskreis erzgebirgischer Bergbrüderschaften im Kulturbund, die Abschlussbergparade immer in Annaberg-Buchholz stattfinden zu lassen. Die Tradition der Bergparaden indes ist viel älter. Bereits vor Jahrhunderten ließen die sächsischen Herrscher Bergparaden abhalten. Sie dokumentierten damit ihre wirtschaftliche Macht. Berühmt ist die Bergparade vom 26. September 1719, die anlässlich der Hochzeit des sächsischen Kurprinzen Friedrich August II.
mit der österreichischen Kaisertochter Maria Josepha im Plauenschen Grund bei Dresden stattfand. Neben 1000 anderen Sachzeugen der Volkskunst ist sie in der Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz im Miniaturformat zu bewundern.

Jeweils am vierten Adventssonntag bildet die jährliche Abschlussbergparade des sächsischen Landesverbandes im Bund deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine einen Höhepunkt der bergmännischen Traditionspflege in der Bundesrepublik und der Adventszeit im Erzgebirge. Der MDR zeichnete auch in diesem Jahr die Bergparade auf. Von 15.15 bis 16.00 Uhr konnten die Zuschauer am 23. Dezember das einmalige Ereignis an den Bildschirmen miterleben. Dabei gab es u. a. Lifeschaltungen auf den Annaberger Weihnachtsmarkt, wunderbare Bilder aus Annaberg-Buchholz sowie Einspielungen von Bergparaden in Schwarzenberg und Schneeberg.

Zu Bergparaden präsentieren sich die bergmännischen Traditionsvereine vom Berghauptmann über die Steiger, Hauer und Bergzimmerleute in standesgemäßer Ordnung. Angeführt werden sie von Mitgliedern des Bundes- und Landesvorstandes der deutschen Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, der sächsischen Landesstandarte und dem jeweils gastgebenden Bergmannsverein.

Lebendige bergmännische Traditionspflege Referenz an erzgebirgische Silberstadt Annaberg-Buchholz


In der Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz sieht man die große Bergparade als Zeichen einer besonderen Wertschätzung durch die bergmännischen Traditionsvereine und als symbolischen Dank für eine lebendige Brauchtums- und Traditionspflege. In Annaberg-Buchholz ist der Atem einer fünfhundertjährigen Bergbaugeschichte noch heute in vielfältiger Weise spürbar. Nicht zuletzt deshalb arbeitet die Stadt aktiv am Projekt „UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge“ mit.
In Annaberg-Buchholz gibt es - einmalig in Deutschland - die Chance, gleich in vier bedeutende Silbergruben des 16. Jahrhunderts einzufahren. Heute werden sie als Besucherbergwerke von zwei engagierten Vereinen und der Stadt betrieben. Der „Dorotheastolln" stellt die reichste Fundstätte des Annaberger Grubenreviers dar, der „Markus-Röhling-Stolln" die tiefste und „Im Gößner" besteht die Möglichkeit, mitten in der historischen Altstadt zu den historischen und monetären Wurzeln der Stadt vorzudringen. Im Ortsteil Geyersdorf betreibt ein Verein die Grube St. Briccius, die auf Voranmeldung für interessierte Fachleute zugänglich ist. Sie war einst im Besitz der berühmten Montanunternehmerfamilie Uthmann.

Die Annenkirche birgt mit dem berühmten Bergaltar von Hans Hesse (1521) die früheste Darstellung der Technologie des Silberbergbaus in Sachsen und der Frohnauer Hammer - einst städtische Münze und Bergschmiede - repräsentiert das erste Technische Denkmal  in Sachsen.
Im Adam-Ries-Museum können Besucher die Wirkungsstätte des Bergbeamten und Rechenmeisters Adam Ries in Augenschein nehmen, der von 15/23 bis zu seinem Tod 1559 in der Bergstadt wirkte.
Im Annaberger Stadtzentrum befindet sich mit der Bergkirche St. Marien die einzige bergmännische Sonderkirche Deutschlands. Sie wurde von 1502 bis
1511 errichtet und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ausschließlich mit Geldern der Bergknappschaft finanziert und betrieben. Von September 2004 bis September 2005 wurde das geschichtsträchtige Gotteshaus denkmalsgerecht saniert. Heute beherbergt sie mit der Bergmännischen Krippe ein Meisterwerk erzgebirgischer Holzbildhauerkunst.

Mit der Bergknapp- und Brüderschaft "Glück auf" Frohnau/Annaberg-Buchholz e. V., dem Bergmusikkorps Frohnau/Annaberg-Buchholz e. V. und den Vereinen „Markus-Röhling-Stolln" und „Dorotheastolln" gibt es in Annaberg-Buchholz aktive Interessengemeinschaften, die sich die bergmännische Traditionspflege und die Bewahrung bergmännischer Sachzeugnisse auf die Bergfahne geschrieben haben.

Quelle: Annaberg-Buchholz



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