Montag, 27. August 2012

Chemnitz Knapp 100 Mal gesprüht/Kriminalisten ermittelten fünfköpfige mutmaßliche Sprayergruppe/Fast 20.000 Euro Schaden



(Ki) Sie besprühten fast alles, was sich ihnen als „Projektionsfläche“ bot: Wohnhaus-, Garagen- und Supermarktwände, Stromkästen, Wartehäuschen,…beliebt auch Straßenbahnen, außen wie innen.
Die Ermittler der Ermittlungsgruppe (EG) „Graffiti“ der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge kamen fünf Jugendlichen im Alter zwischen 14 und

16 Jahren auf die Spur. Die Gruppe steht im Verdacht, in den zurückliegenden 18 Monaten insgesamt 97 Sachbeschädigungen durch Graffiti sprühen im Stadtgebiet begangen zu haben. 
Das Gros der Taten geht dabei auf das Konto eines 15- und eines

16-Jährigen. Oftmals gemeinsam waren sie unterwegs, um sich mit ihren „tags“ zu verewigen. Allein dem 16-Jährigen legen die Ermittler 93 Taten zur Last, seinem Mitsprayer immerhin 54. Beide sind für die Polizeispezialisten in Sachen Graffiti keine Unbekannten. Sie waren bereits bei einer Vielzahl gleichartiger Sachbeschädigungen in den Vorjahren Tatverdächtige. 
Die beiden Jugendlichen wurden in der aktuellen Serie mehrfach auf frischer Tat gestellt, so am 14. März 2012 im Stadtteil Gablenz (siehe Medieninformation Nr. 146 v. 15. März 2012) oder am 17. Oktober 2011 in Schönau auf der Popowstraße (siehe Medieninformation Nr. 562 vom 18. Oktober 2011). 
Bei Durchsuchungen stellte die Polizei umfangreiche Beweismittel wie Vorlagen, Handys und Computer sicher. Auch im Internet stießen die Ermittler auf „Werke“ eines der Haupttatverdächtigen. Dort hatte er sich mit Fotos seiner „Arbeiten“ gebrüstet. Das ist vermutlich auch das Motiv für sein Tun und das der anderen vier: Streben nach Anerkennung und Suche nach dem Kick.
Unterm Strich haben die fünf jungen Leute damit einen Sachschaden von rund 18.600 Euro verursacht. 
Die Akte mit den 97 zur Rede stehenden Sachbeschädigungen wurde vor kurzem der Staatsanwaltschaft Chemnitz übergeben. Sie entscheidet jetzt über den Ausgang der zahlreichen Strafverfahren.


Hintergrund:
In der PD Chemnitz-Erzgebirge ermitteln seit nunmehr gut 15 Jahren drei Kriminalisten ausschließlich in Sachen Graffiti.
Die gleichnamige Ermittlungsgruppe („Graffiti“) bearbeitet alle in der Stadt Chemnitz angezeigten Sachbeschädigungen durch Graffiti, ebenso jene im Bereich des Autobahnpolizeireviers. Darüber hinaus sind die drei Kommissare analytisch für ihre Kolleginnen und Kollegen in den Polizeirevieren des Direktionsbereichs tätig. 


2011 bearbeiteten die drei Ermittler 624 Fälle. Insgesamt wurden im Vorjahr im Direktionsbereich 771 Graffiti-Sachbeschädigungen angezeigt (2010: 1 068 Fälle; bearbeitet durch EG „Graffiti“: 886). Seit Bestehen der EG gingen 12.452 Anzeigen durch die Hände der drei Kriminalisten. 
Fast die Hälfte aller 2011er Fälle (45 %) konnten sie aufklären. Damit wurde die Aufklärungsquote bei diesem Delikt, die im Laufe der Jahre bei 29 % lag, weit überschritten.